ist ein Verein, der mit niederschwelligen und weitgehend ehrenamtlichen Angeboten alle Acherner Bürger*innen ansprechen will

Kleine Fahrradwerkstatt leistet Großes

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Verein Achern Miteinander möchte ein Begegnungscafé eröffnen und sucht nach einem Ort

Aus Acher-Bühler-Bote com 1.12.2021

 

Großer Andrang vor der Werkstatt von Achern Miteinander: Seit sechs Jahren trägt ein Team aus Ehrenamtlichen dieses Angebot. In der Zeit wurden mehr als 700 Räder verkehrssicher gemacht. Foto: Michaela Gabriel

Achern. Eine junge Frau mit Kopftuch kommt nicht nur wegen einer Fahrradreparatur in die Kronengasse. Sie sucht zusammen mit ihrem Mann auch Kontakt zu Deutschen, um das Sprechen der für sie neuen Sprache zu üben. Meistens sind aber am Mittwochnachmittag weit weniger Deutsche als Zuwanderer vor Ort. Ein Begegnungszentrum in der Innenstadt einzurichten, ist deshalb das Ziel des Vereins Achern Miteinander, der hinter der seit sechs Jahren ehrenamtlich geführten Fahrradwerkstatt steht.

Mehr als 700 gebrauchte Fahrräder wurden seit 2015 in der 30 Quadratmeter kleinen Werkstatt im ehemaligen Josefshaus in der Kronengasse verkehrssicher gemacht und weitergegeben. Die meisten gingen an Geflüchtete, von denen immer wieder neue in die Hornisgrindestadt kommen. Jährlich werden bis zu 200 Räder repariert. Hilfe zur Selbsthilfe gibt ein achtköpfiges Team mit dem pensionierten Berufsschullehrer Konrad Hasel als Motor und Initiator. Sie stellen für kleines Geld Ersatzteile, Werkzeug, Platz und ihr Wissen zur Verfügung. Die Pandemie konnte sie in ihrem Engagement nicht aufhalten. Gearbeitet wird seitdem viel im Außenbereich.

„Zu unseren Kunden gehören Menschen aller Schichten. Eine Rentnerin mit geringem Einkommen bekommt von uns auch ein instandgesetztes Fahrrad“, sagt Konrad Hasel. Wer wenig Geld habe, für den sei ein Fahrrad ein wichtiges Transportmittel, das Mobilität und Teilhabe ermögliche. Weil Reparaturen im Fachhandel für ganz kleine Geldbeutel oft zu teuer seien, wären sie ohne die Fahrradwerkstatt des Vereins häufig mit nicht verkehrssicheren Rädern unterwegs. Sie leiste also auch einen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit. Jeden Mittwoch von 13 bis 17 Uhr wird sie zum Treffpunkt – nur eben ohne Möglichkeit zum Aufwärmen und zu Gesprächen bei einem Kaffee.

Im Geschirrlager in der Kronengasse gibt es ebenfalls keine Möglichkeit, Platz zu nehmen. In Regalen warten aber jeden Mittwoch von 15 bis 16.30 Uhr gebrauchte und gespendete Haushaltswaren auf Interessenten. An der Tür wird kontrolliert, ob die Maskenpflicht und die Corona-Regeln eingehalten werden. Das Team der Ehrenamtlichen, die die Waren annehmen und für kleines Geld abgeben, umfasst fünf Leute. Gerlinde Seiler gehört dazu. Sie kann es kaum erwarten, dass ein Begegnungscafé mit der zusätzlichen Möglichkeit, gebrauchte Kleidung zu bekommen, eröffnet wird: „Es gibt so viele Bedürftige, deshalb ist unser Angebot so wichtig.“

„Menschen aus allen Schichten und allen Ländern sollen sich bei uns beteiligen”, wünscht sich Monika Huber, die Vorsitzende von Achern Miteinander. Ehrenamtliche Helfer stünden bereit. Vier Frauen besuchten kürzlich eine Fortbildung im Familienzentrum Freudenstadt. Sie wollen als Gastgeberinnen jeden willkommen heißen, zuhören und Kontakt zu anderen ermöglichen. Aber der Raum dafür fehlt. „Wir suchen und es gibt Objekte“, sagt die Vorsitzende. Doch konkrete Verhandlungen gebe es noch nicht. Um finanziell gewappnet zu sein, bemühe sich der Vorstand um Fördermöglichkeiten, etwa vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge oder von der Fernsehlotterie.

Für Menschen ohne Familie und für alle, die neu in der Stadt sind, soll das Begegnungszentrum von Achern Miteinander sein. „So eine Anlaufstelle finde ich total wichtig“, sagt Petra Leber aus Oberachern. Sie sei ein moderner Dorfbrunnen zur Orientierung und Vernetzung. Dort niederschwellige Angebote zu machen, dafür gebe es viele Ideen. Achern Miteinander, der frühere Arbeitskreis Migration, ist bereit den nächsten Schritt zu gehen und hofft auf die richtige Immobilie dafür.

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