ist ein Verein, der mit niederschwelligen und weitgehend ehrenamtlichen Angeboten alle Acherner Bürger*innen ansprechen will

Ehrenamtliche wollen Freude schenken

Erstellt am:

Bericht aus ABB vom 24.21.2022 von Michaela Gabriel

Achern. Die Gesichter blicken fragend: Was wollen die beiden Frauen mit den vielen Tüten? „It’s Christmas! Es ist wegen Weihnachten!“, erklärt ihnen Monika Huber von Achern Miteinander lächelnd: „Merry Christmas!“ Vier ehrenamtlich Engagierte des Vereins verteilen 140 Papiertüten in den Gemeinschaftsunterkünften in Achern. Am Alten Bahnhof verstehen viele weder Englisch noch Deutsch. Aber die Freude über die kleine Aufmerksamkeit ist dennoch groß.

„Eine Tüte Freude schenken“ heißt die Aktion, die Achern Miteinander schon zum dritten Mal zu Weihnachten organisiert hat. Sie ist ein Gruß aus der Bevölkerung an die Geflüchteten, die aus vielen Ländern der Erde in Achern gelandet, aber noch nicht in einem neuen Leben angekommen sind.

Begonnen hat die Aktion unter Pandemie-Bedingungen 2020 mit 55 Tüten. 2021 wurden 80 Tüten Freude gepackt und zu diesem Weihnachtsfest waren es 140. Erstmals wurden auch die wohnungslosen Männer beschenkt, die die Stadt Achern in einer Containeranlage untergebracht hat.

Lebkuchen, Mandarinen und Tee haben sechs Helfer in jede Tüte gelegt, dazu Malstifte und Malbücher für die Kinder. „Die Pack-Aktion hat zweieinhalb Stunden gedauert“, erzählt Petra Leber. Jede Tüte wurde mit einem Geschenkband verziert und mit der Botschaft versehen: „Achern Miteinander wünscht Frohe Weihnachten“. In welcher Unterkunft und in welchen Räumen wie viele Erwachsene und Kinder leben, konnte der Verein von den Integrationsmanagerinnen und Sozialarbeiterinnen des Ortenaukreises erfahren. Eingekauft wurden die kleinen Geschenke mit gespendetem Geld.

Ingo Kirsche und Petra Gaedeke brachten einen großen Teil der Tüten in die Morezstraße. Sie kennen viele der Ukraine geflüchteten Familien von regelmäßigen Besuchen und wissen, dass die Kinder Malstifte und Papier lieben. „Sie haben nichts mitnehmen können“, erzählt Ingo Kirsche. Anfangs hätten fast nur Roma aus der Ukraine auf dem Parkplatz bei der Acherner Tennishalle gelebt. Inzwischen sei ein Teil von ihnen wieder abgereist und andere Familien aus dem Kriegsland seien nachgekommen. Mit Unterstützung des Kiwanis Clubs Achern-Ortenau habe man Bastelmaterial und Spiele besorgt und zweimal in der Woche einen Spielnachmittag für die Flüchtlingskinder angeboten.

„Die Kinder verstehen kein Deutsch. Aber sie sagen schon einige Wörter: Hallo Madam, Bitte, Danke und Papier“, berichtet Petra Gaedeke, die als Sozialpädagogin gearbeitet hat. Ingo Kirsche freut sich, dass der kahle Gemeinschaftsraum im Container jetzt mit den von Kindern gemalten Bildern geschmückt ist. Und dass eine Frau aus der Ukraine und eine Achernerin aus Polen mithelfen, den Kindern vorzulesen. Ein Teil von ihnen kenne keine Buchstaben.

Doch was sie malen, sei bunt und fröhlich, berichtet Petra Gaedecke: „Es sind kaum Kriegssituationen dabei. Sie freuen sich so über die Zuwendung und ihre Mütter kommen teilweise dazu.“ Den Geflüchteten Freude bereiten, das wollen sie auch im neuen Jahr: etwa mit deutsch-ukrainischen Bilderbüchern, deren Einkauf eine Spende von Osiander in Achern möglich macht. Die Aktion „Eine Tüte Freude schenken“ war darauf schon ein Vorgeschmack.

Weitere Berichte

Koordinatorin und 1.Vorsitzende

Webgestaltung und 2. Vorsitzender